2008-02-20

Tschüss, ihr Weicheier!

Von DrGonzo @ 18:25 [ Unterhaltung & Kultur ]
So verabschiedete sich neulich Juri Tetzlaff von den Kindern. Wer? Von wem? Juri Tetzlaff moderiert abends auf *KiKa* das *Sandmännchen* an. Mich hatte schon lange gedünkt, an seinem Blick erkenne man das ganze Elend hinter der kindergerechten Aufgeräumtheit. Der hatte sich seine Karriere beim Fernsehen wohl auch anders vorgestellt. Aber nach diesem Abendgruss dachte ich, den sehen wir nicht wieder.

Heute war er aber wieder da, und man merkte ihm nichts an, abgesehen von diesem etwas verzweifelten Blick, den ich mir aber vielleicht auch bloss einbilde. Dass er seine Zuschauer unschuldig lächelnd als "Weicheier" anredete, war aber nicht Einbildung, das kann mein Sohn bezeugen. Meine Tochter auch, wobei die zur Zeit ohnehin jede Frage bejaht.

Als Kind kannte ich das Sandmännchen nur vom Hörensagen, weder Antennen noch Kabel schafften es über unseren Hügel. Heute bin ich Sandmännchen-Experte, kraft meiner Erzieherrolle: Nur Sandmännchen, wenn ihr brav gewesen seid, plus eine Episode Michel von Lönneberga pro Woche. (Manchmal lasse ich sie Tagesschau mit gucken, wenn meine Frau nicht da ist.) Mir persönlich gefallen am besten die Mittwochsgeschichten von Ebb. Ebb ist die Hündin von Flo, und am Ende jeder Geschichte ist jedes Mal alles "wieder genau so, wie Ebb es sich immer gewünscht hatte". So und jetzt aber ab in die Heia, ihr Arschgeigen.

2008-01-31

Finanzwelt ohne Schlips und Kragen

Von DrGonzo @ 09:40 [ Politik & Religion ]
Vier Herren in einer Diskussionsrunde vom WEF: Der Präsident der Credit Suisse, der CEO der Bank Vontobel, der Chefredaktor des SF und der Chefredaktor der Bilanz. Wie schlimm es um die Finanzkrise stehen muss, ist mir erst heute mit diesem "Club extra" aus Davos klar geworden.

Inhaltlich habe ich so wenig verstanden wie immer, wenn es um die Finanzindustrie geht. Aber wie desolat die Gesprächsteilnehmer aus der Wäsche schauten! Dass im Moment bei dem Thema keiner strahlen würde, war zu erwarten. Aber trugen solche Leute früher nicht Kravatte? Heute hiess der Dresscode verkrümelte Hemdkragen, und dass nicht noch gleich die Brusthaare herausquollen, war zumindest bei SF-Chefredaktor *Ueli Haldimann* vermutlich nur dem weissen T-Shirt zu verdanken, das unter dem zweiten Knopf hervorlugte. So casual konnte ich mir bisher Bankenbosse nur vorstellen in Hinterzimmern nach nächtelangen Verhandlungen, abgehalftert, aber lässig. Hätte Marcel Ospel, dessen UBS ja weitaus die meisten Milliarden abschreiben musste, die Einladung von Haldimann nicht abgelehnt, er wäre wohl im Jogginganzug gekommen.

2008-01-28

Giacobbo/Müller und der Schweizer Filmpreis

Von DrGonzo @ 13:42 [ Unterhaltung & Kultur ]
Viktor Giacobbo und Mike Müller kommentieren in einem satirischen
Wochenrückblick das aktuelle Geschehen. Ha! Dass das SF trotz Giacobbos langersehnten Comeback noch genug Geld übrig hat, um künftig den Schweizer Filmpreis auszurichten, kam aber noch nicht vor.

Vielleicht hab ich zu spät eingeschaltet, aber vom aktuellen Geschehen war in der neuen Show Giacobbo / Müller - Late Service Public noch nicht viel zu sehen. Oder lag es daran, dass ich nach einer Woche Ferien vom aktuellen Geschehen gar nichts bemerkt hatte. Ein Sketch über die umstrittene Polizeiwaffe Taser? Raab-mässige Einspieler aus dem Gerhard-Blocher-Film? Als Gast ein Jungunternehmer, der irgendwann im Lauf des letzten Jahres einen Filmplakaterkenn-Service fürs Handy lanciert hat? Nichts gegen einen solchen Informationsdienst, aber das ist doch kein Thema für Giacobbo! Der das aktuelle Geschehen satirisch verarbeiten will? Und er hat auch gar nichts daraus gemacht. Überhaupt war erwartungsgemäss der Talkteil nicht das stärkste an der Sendung. Giacobbo und Müller sassen vor Labtops und plauderten mit ihren Gästen etwas steif und mit zu viel Hall. Besser waren ebenso erwartungsgemäss die vorproduzierten Sketches, in denen etwa Freddy Hinz mit einem fiktiven Christoph Mörgeli diskutierte.

Im Rahmen der Berichterstattung zu den Solothurner Filmtagen sah ich anschliessend den SRG-Boss Armin Walpen verkünden, der Schweizer Filmpreis werde künftig nicht mehr in Solothurn, sondern anderswo stattfinden, und zwar werde das SF die Veranstaltung integral übertragen. Da fragt sich der geneigte Kulturpessimist: Wenn also nicht mehr Festivaldirektor Ivo Kummer, sondern Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre den Schweizer Filmpreis ausrichtet, wird dann nach jeder Preiskategorie eine Lottomillion verlost?

2008-01-08

Das neue Sportstudio

Von DrGonzo @ 09:27 [ Fussball & Fitness ]
Das neue Sportstudio des Schweizer Fernsehens, aus dem auch das neue Euro 2008 Magazin gesendet wird, gefällt mir sehr gut. Wie bei bei den Newsformaten bestimmen grosszügige Flächen und bewegte Hintergründe die Szene.

Beim Sport besteht der bewegte Hintergrund sinnigerweise aus farbigen Lichtpunkten wie bei Stadion-Anzeigetafeln. Rainer Maria Salzgeber, der Reto Brennwald des Sport, moderierte  die 25-minütige Premiere von "Euro 2008 - Das Magazin", das uns ab sofort auf die gleichnamige Fussball-Europameisterschaft einstimmen soll; als Gast empfing er Nati-Teammanager Adrian Knup, der vor den roten Lichtpunkten ebenfalls gut zur Geltung kam.

Ich möchte zum neuen Jahr das Audiotorium über meine guten Vorsätze unterrichten: Dass ich ich erstens nicht über die Fussball-Nati schimpfe, zweitens nicht mehr als nötig über das Schweizer Fernsehen und drittens auf Ironie, Zynismus und Tabak verzichte, denn sie verderben den Charakter und die Gesundheit.

2007-12-24

Weihnachten vor dem Fernseher

Von DrGonzo @ 10:25 [ Politik & Religion ]
Mögen Sie sich noch erinnern? Heilig Abend. Weihnachten. Der wunderbare Stefanstag? Ich mag mich noch gut erinnern, wie das früher war, als ich an Weihnachten noch frei hatte und ganze Nächte lang fernsehen konnte.

Aufmerksame Leser werden oben Alt-Bundesrat Blocher erkannt haben. Ich mag mich noch gut erinnern an die Pressekonferenz nach seiner Abwahl, wo er diese Wendung mindestens ein Dutzend mal in ausserordentlich nachlässiger Aussprache gebrauchte. Woran ich selber mich aber noch gut erinnern mag, ist wie Weihnachten früher war. Magisch! Acht Geschwister machten meine Abwesenheit zuhause vernachlässigbar; meine eigenen Kinder waren damals "noch tot", und meine Freunde tagelang im Schoss ihrer Verwandtschaft verschwunden: Stille, heilige Nächte vor meinem gemütlichen alten Röhrenfernseher.

Heute ist das anders. Ein weihnächtlicher Marathon steht auch mir bevor, eine Tour de Suisse durch die Sippschaft mit hyperventilierenden Kindern und entnervten Gastgeberinnen. Heute bleibt nur noch der wehmütige Blick ins Fernsehprogramm und die Erinnerung an schöne Stunden vor dem Bildschirm ohne Reue. Fernsehen während der Weihnachtstage war toll. Es kommen immer viele, viele Spielfilme, und man ist auch den rührseligen gegenüber empfänglicher als sonst. Daneben zappt man aber auch gern durch alles, was den Einsamen in ihren Stuben Trost und Ablenkung spenden soll. Schauen Sie nur, wie unglaublich viele Sendungen etwas mit Weihnachten zu tun haben. Zum Beispiel, um nur mal eine Empfehlung abzugeben, "Hankey, der Weihnachtskot" aus der Zeichentrickserie South Park.

2007-12-18

Schlumpf statt Blocher

Von DrGonzo @ 16:51 [ Politik & Religion ]
So, genug Politik. Der Mist ist geführt. Reden wir von etwas anderem. Die Familie von *Eveline Widmer-Schlumpf* ist ja süss! Vater Leon Schlumpf, dessen Namen man sich als Kind gut merken konnte, wirkt fast so rüstig wie vor 20 Jahren. Der Ehemann ist auffällig gutaussehend und hat eine ausgesprochen agile Köpersprache. Tatsächlich habe ich ihn erst für den Sohn gehalten.

Richtig hübsch ist aber die Tochter! Ob aus der wohl auch einmal eine Bundesrätin wird? Ist Ihnen übrigens, falls Sie im Sendegebiet von TeleZüri wohnen, schon einmal aufgefallen, dass unter dem Senderlogo manchmal die Temperatur eingeblendet wird? Klicken Sie auf die Bilder links, falls Sie es nicht glauben: In Felsberg, wo die neue Frau Bundesrat von ihrer Familie so herzlich empfangen wurde, betrug die Aussentemparatur 6°. Als Markus Gilli im TalkTäglich *Christoph Blocher* empfing, waren es hingegen bloss 5° - drinnen im Bundeshaus!

Bei dieser Gelegenheit möchte ich einmal ein Lob auf *TeleZüri* aussprechen. Gewiss sind die News- und Polit-Formate des Schweizer Fernsehens SF besser als manche behaupten. Und gerade die Sendungen der letzten Tage mit *Reto Brennwald* und auch die mit *Urs Leuthard* waren sogar sehr gut. Handkehrum, als ich gestern abend noch ein bisschen Bundesratswahl schauen wollte, kam auf dem SF *Deal or No Deal*, während vier Daumenbeugen weiter auf TeleZüri die versammelten Parteipräsidenten diskutierten. Heute abend lief auf *SF1* *Einstein*, während bei *Markus Gilli* Alt-Bundesrat Blocher zu Gast war. TeleZüri macht allmählich einen richtig guten Service Public. Wer hingegen Lust auf Quizshow, "SF bi de Lüt" und ähnlich volksnahes Fernsehen hat, ist natürlich mit dem SF besser bedient.

PS. In seiner Abgangsrede vor der Bundesversammlung sprach Christoph Blocher heute morgen von "all den Briefen", die er letzte Nacht bekommen habe. Schickt man im SVP-Milieu Briefe per Velokurier? Oder wollte er bloss neudeutsche Anglizismen vermeiden?

2007-12-12

Die Bundesratswahl geht in die Verlängerung

Von DrGonzo @ 14:54 [ Politik & Religion ]
Dass die Sendung zu den Bundesratswahlen so spannend war, liegt natürlich zunächst an den besonderen politischen Umständen. Aber man muss auch dem SF ein Kompliment machen für die gute Inszenierung. Und das beste: Fortsetzung folgt.

*Reto Brennwald* und *Sonja Hasler*, die Zwei von der *Rundschau*, präsentierten eine sehr unterhaltsame Sendung, die mit gutem Timing die Live-Bilder aus dem Ratssaal mit Interviews und Einspielungen unterbrach, und bei all den unerwarteten Wendungen immer völlig pannenfrei blieb. Als die anstelle von *Christoph Blocher* gewählte *Eveline Widmer-Schlumpf* in Zürich aus dem Zug stieg, war gleich ein Kamerateam dort und lieferte ein kurzes Interview, bevor die SVP-Frau angeblich nach Bern weiterreiste, um die Wahl anzunehmen oder abzulehnen. Dass sie dann um 13:30 Uhr dort doch nicht erschien und statt dessen die Erklärung vorlesen liess, sie brauche bis morgen Bedenkzeit, setzte dem Retardierungsspekakel die Krone auf. Ein Cliffhanger der Extraklasse. Morgen um 8:00 Uhr geht es weiter. So macht man heute Fernsehen!

Und heute abend streiten sich im *TalkTäglich* auf *TeleZüri* schon mal *Roger Schawinski* und *Roger Köppel*. Und in der *Classe Politique* ist die wiedergewählte *Micheline Calmy-Rey* zu Gast, falls sie es sich nicht bis dahin noch anders überlegt.

2007-12-11

Blocher?

Von DrGonzo @ 13:13 [ Politik & Religion ]
Nach dem letzten *Reporter* war ich so perplex, dass ich mehrere Tage kein Wort herausbrachte. Der Film handelte von Gerhard Blocher, dem Bruder des gleichnamigen Bundesrats. Dieser wird vermutlich morgen im Amt bestätigt, und durch Berns nasskalte Gassen wird man das dämonische Lachen des Bruders hallen hören.

Eigentlich war es ja eine ganz normale Ausgabe von "Reporter", der mit heimlifeisser Behäbigkeit immer wieder verhaltensgestörte Personen vor die Kamera lockt. Auffällig an Gerhard Blocher ist eine unverhohlene Niederträchtigkeit des Charakters, möglicherweise akzentuiert durch erste Anzeichen von nahender Altersdemenz. Jede Ungeheuerlichkeit, die dem Ex-Pfarrers entfährt, quittiert er mit einem teuflischen Kichern.

Nun porträtierte aber das SF hier nicht irgend einen alten Spinner, sondern eben den Bruder von *Christoph Blocher*. Mehr noch, der leckt sich auch genauso reptilhaft die Lippen, wackelt so mit dem Arm wie dieser, und wirkt überhaupt in allem wie eine überdrehte Karikatur des Justizministers. Natürlich lässt der Autor von "Gebrüder Blocher - Betrachtungen vor der Bundesratswahl" keine Gelegenheit aus, die "Brüder im Geiste" möglichst nah zueinander zu rücken. Täglich telefonieren sie miteinander, heisst es; zusammen sitzen sie unter Hodlers Holzfäller, in der Halle stecken sie die Köpfe zusammen, um über "die Linken" zu frotzeln. Am Wahlabend steht Gerhard Blocher mitten in der SF-Elefantenrunde herum und raunt dem Reporter ins Mikrofon, dass Ueli Maurers Tage als SVP-Präsident gezählt seien, noch bevor irgend jemand etwas von dessen bevorstehendem Rücktritt ahnt.

Bis heute war ich ein Blocherverharmloser. Wenn ihr für Demokratie seid, müsst ihr auch 30% SVP akzeptieren, sagte ich, und wer für Konkordanz ist, muss auch diese Kröte schlucken. Ich meinte das nicht wirklich politisch. Die einzige politische Konstante in meinem Leben war, dass ich mich über die jahrzehntelange Blocherstarre des nichtrechten Lagers mockierte. Nach dem  "Reporter" vom letzten Mittwoch verstehe ich besser, warum manchen Leuten beim Stichwort Blocher der kalte Schweiss ausbricht.. Vielleicht wird die Bundesratswahl dank der CVP doch noch spannend, heisst es. Aber einige CVP-Parlamentarier werden den "Reporter"-Film auch gesehen haben. Ob sie morgen wohl den Mut zur Kampfwahl aufbringen, den grinsenden Blocher-Bruder mit gezücktem Sackmesser vor Augen?

2007-11-29

Supermodel

Von DrGonzo @ 13:33 [ Prickelnde Erotik ]
Deutsches Unterschichtenfernsehen kopieren kann in der Schweiz bekanntlich inzwischen auch das öffentlich-rechtliche Mittelstandfernsehen. Aber amüsanter ist es eben doch, wenn das junge Schweizer Unterschichtenfernsehen es tut.

Denn in Sachen Privatfernsehen ist die Schweiz noch Dritte Welt. Das bedeutet, dass 3+ das deutsche Vorbild "Germany's Next Topmodel" mit deutlich bescheideneren Mitteln produzieren muss. Die Kulissen hinter Catwalk und Jurypult haben den Charme einer Schülerfete, und die Jury von Supermodel ist vor der Kamera ähnlich unroutiniert wie die Kandidatinnen. *Nadja Schildknecht* wirkt dennoch einigermassen überzeugend als Heidi Klum. "Glaubsch ... du ... du ... häsch ..." dehnt sie wie diese ihre Ansagen an die Mädchen bis zum Äussersten, "... alles ... gäh?" Die übrigen Experten sind mir nicht namentlich bekannt. Einer ist verkleidet als Ekel in Strickjacke und Arafat-Schal, und seine Pose mit dem Gehstock von Dr. House wirkt aufgesetzt.

Interessanterweise scheint einem die Sendung mit ihrem Fortschreiten aber besser zu werden. Auch die Models findet man nach und nach "talentierter". Das mag natürlich etwas damit zu tun haben, dass ja wirklich die weniger guten im Lauf der Sendung weggeschickt werden; von einer Jury, die ihrerseits allmählich ein bisschen in eine Routine hineinfindet. In Wirklichkeit liegt es aber einfach daran, dass man sich selber nach dem anfänglichen Schock schon ein bisschen besser akklimatisiert hat und einem zu gefallen beginnt, dass hier - unter dem Vorwand von professionellen Branchenbedürfnissen - ungeniert an Speckröllchen, Reiterhosen und zu flachen Hintern herumgemäkelt werden kann; auf hohem Niveau, versteht sich.

2007-11-14

Thun

Von DrGonzo @ 10:06 [ Fussball & Fitness ]
12 Spieler des FC Thun und 9 weitere Männer stehen im Verdacht, an einem 15-jährigen Mädchen "aus der Fanszene" sexuelle Handlungen verübt zu haben. So wird einem in der Tagesschau mitgeteilt. Das 15-jährige Mädchen sei mit den sexuellen Handlungen grösstenteils einverstanden gewesen.

Welche Vorstellungen soll man sich nun als Zuschauer machen, um sich die Tragweite des Skandals richtig vor Augen zu führen? Die sexuellen Handlungen, mit denen das Mädchen einverstanden war? Oder eher die anderen?

Gut, dass einen zwei Stunden später das Hintergrundmagazin 10vor10 mit seiner in solchen Fällen bestens bewährten Regula Schwager von der Opferberatungsstelle Castagna emotional betreut. "Das erstunt üs vo Castagna nöd" und "Eigentli nöd e bsunderi Situation". Opfer, Täter, ausgenutzte Abhängigkeit, Machtgefälle. Daniela Lager fragt ungewöhnlich frech nach: Aber ein Fan ist doch nicht abhängig von den Spielern? Doch, will dazugehören. Die gerade noch 15-jährige sei inzwischen 16, serviert Lager. ob die Linie psychologisch ebenso scharf gezogen werden könne wie juristisch. Psychologisch sei das "eine ganz andere Geschichte", sagt die Opferberaterin und meint damit wohl die Psychologie des Opfers, nicht die der Täter.

Dazugehören will auch Sport aktuell. Selten hat man in einem Bericht so viele verschiedene Kameraeinstellungen von einem abgetakelten Fussballplatz gesehen. Womit sollte man solche Meldungen denn sonst unterlegen? Das Team vom SF muss heute nachmittag mindestens 90 Minuten auf dem nasskalten Platz gestanden haben, um die Footage für den Beitrag zu drehen. Und aus dem schönen neuen Stadion Lachen wird jetzt wohl auch nichts. Am Sonntag wird in Thun darüber abgestimmt. Und kein neues Stadion bedeutet wahrscheinlich den Zwangsabstieg, dann ist es aus mit dem Dazugehören.

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